Grönländische Stammesälteste | Foto: Sven Nieder

Die grönländischen Stammesältesten Nukartaa, Atsaarsuaq Hansiina und Akkaaraq mit Angaangaq auf der internationalen Veranstaltung »Grönlands Weisheit« in München

Atsaarsuaq Hansiina

Portrait Hansiine | Foto: Sven NiederDie grönländische Stammesälteste Atsaarsuaq Hansiina wurde 1927 geboren. Atsaarsuaq bedeutet Großtante, und sie möchte die Großtante für die Menschen aller Welt sein. Im Juli 2009 führte sie die Frauen an, als zum ersten Mal seit Tausenden von Jahren mit dem traditionellen Frauenmesser sorgsam Äste geschnitten wurden. Still zogen die Frauen aus, freudig kehrten sie wieder und brachten die Äste zur Feuerstelle. Atsaarsuaq Hansiina goß flammendes Öl von der traditionellen Robbenöllampe auf die Äste und entfachte so das Heilige Feuer. Dank des Klimawandels wachsen in Grönland die Bäume, so dass nun das Heilige Feuer zurückkehrte zu den Menschen des Hohen Nordens. So lautete die mündlich überlieferte Prophezeiung. Im Juli 2019 hat Atsaarsuaq ihre Reise in die andere Welt angetreten.

Akkaaraq

Akaaraq Portrait | Foto: Sven NiederAkkaaraq ist Stammesältester und Jäger aus Grönland. Er wurde 1931 in eine Welt hinein geboren, die ganz in Einheit mit der Natur lebte. Er wuchs mit der seit Generationen mündlich überlieferten Prophezeiung heran: »Eines Tages, wenn die Welt es am nötigsten hat, kehrt das Heilige Feuer zurück zu den Menschen auf dem Gipfel der Welt«. Nie hätte er gedacht, dass er die Erfüllung der Prophezeiung erleben werde. Im Juli 2009 führte er die Männer an, den Boden des Heiligen Feuers mit über 200 Säckchen Asche zu belegen und das Feuer vorzubereiten. Diese Asche wurde von Heiligen Feuern aus der ganzen Welt nach Grönland gesandt. Akkaaraq ist im Jahr 2016 in die nächste Welt weitergereist.

Nukartaa

Nukaarta | Foto: Sven NiederAls junger Mann hat Nukartaa die Weltmeere bereist und später angehende Seeleute in Navigation unterrichtet. Er ist Ältester für den europäischen Icewisdom Tuukkaq- Kreis.

Elisabeth Ningijoq

E

lisabeth Ningijoq spielt die Qilaut, die traditionelle Grönländische Trommel. Wenn sie trommelt und tanzt, ist sie tief mit ihren Wurzeln und Ahnen verbunden. Ihr Weg mit der Trommel begann in den 80er Jahren. Zuerst begann sie damit, Trommeln zu zeichnen, dann malte sie Trommeln und erschuf Trommelskulpturen. Schließlich fing sie an, ihre eigenen Trommeln zu bauen und lernte das Trommelspiel und den traditionellen Trommeltanz. Diesen lehrt sie nun Kindern und Besuchern, die nach Grönland kommen.

Im Sommer 2019 wurde sie Älteste für den Europäischen „Tuukkaq Kreis„.

Adam

A

dam ist professioneller Wanderführer in Grönland. Niemand Anderer hat das „Große Eis“ in der Nähe von Kangerlussuaq öfter besucht als er. Er trägt tiefes Wissen über Pflanzen und Tiere, das Eis und die Veränderungen, die in Grönland seit vielen Jahren geschehen. Im Sommer 2017 wurde er Ältester für den Europäischen „Tuukkaq Kreis„.

Mannarsi

Mannarsi Sapiitsoq hörte im Jahr 2009 über die „Feuer und Eis-Zeremonie“ und wanderte 5 Tage lang von Sisimiut bis nach Kangerlussuaq, um daran teilzunehmen. Seitdem unterstützt er Menschen im Sommercamp an der „Heiligen Stätte“. Im Sommer 2019 wurde er Ältester für den „Europäischen Tuukkaq Kreis„. Im Dezember 2020 wurde er Ehrenbürger von Kangerlussuaq.

Ningijoq Saamasoq

Ningijoq Saamasoq kommt aus den Niederlanden und geht seit vielen Jahren an Angaangaqs Seite. In Grönland hat sie den traditionellen Trommel-Tanz erlernt und wurde als Inuk anerkannt („ein wahrer Mensch“), indem ihr gesagt wurde: „Du bist eine von uns“. 2018 wurde sie Älteste vom Sweetgras – Kreis, 2020 für den Tuukkaq-Kreis und Icewisdom. 2020 hat sie hat die Stiftung „Native Greenland Foundation“ ins Leben gerufen.  Ihr Name bedeutet „Friedvolle Älteste“.